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    Columbus, Cook & Co. - Der Katalog (Auszüge)
   
Der Katalog
Vorwort
A02 Astrolabium
A19 De Brys Darstellung von der Ankunft des Columbus in Amerika
B05 Seekarte des Indischen Ozeans
C01 Die Ausrüstung von James Cook
C18 de Veer: Bericht über die Reisen von Willem Barentsz
 




    Der Katalog  
   

Columbus, Cook & Co.

Nautische Instrumente, Seekarten und Reisebeschreibungen aus fünf Jahrhunderten

Eine Ausstellung der Johannes a Lasco Bibliothek vom 8. August bis 22 September 2002 / im Auftrag der Stiftung Johannes a Lasco Bibliothek Große Kirche Emden herausgegeben von Corinna Roeder

Wuppertal : Foedus-Verlag, 2002

Veröffentlichungen der Johannes a Lasco Bibliothek Große Kirche Emden / herausgegeben von Walter Schulz
Bd. 5

 

Der Katalog kann zum Preis von € 15.- + Porto bei der Johannes a Lasco Bibliothek bestellt werden.

 


   
    ·31.07.2002 / imm·    



    Vorwort  
   


Die großen Entdeckungen des 15. und 16. Jahrhunderts, die Gründung europäischer Kolonien in der Neuen Welt, in Asien, Australien und Afrika und die wissenschaftlichen Expeditionen zu den Grenzen der bekannten und bewohnbaren Welt seit der Mitte des 18. Jahrhunderts haben das Weltbild grundlegend verändert. Berichte und (Auf-)Zeichnungen von Reisenden geben darüber Auskunft. Das neue Weltbild schlägt sich auch im Kartenbild der Neuzeit nieder. Die Geschichte der Entdeckungen, der Kolonialzeit und der Forschungsreisen ist darüber hinaus auch eine Geschichte der Seefahrt. Ohne die Entwicklung der Schiffstechnik und vor allem der Navigation wäre die europäische Ex-pansion nach Übersee nicht möglich gewesen.

Die Ausstellung "Columbus, Cook & Co." unternimmt es, diesen nautischen Aspekt der Entdeckung, Eroberung und Erforschung der Erde durch die Europäer hervorzuheben. Reiseberichte, Atlanten, Segelanweisungen und historische Handbücher für Seeleute aus den Beständen der Johannes a Lasco Bibliothek, insbesondere den Sammlungen von Johann Philipp Janssen und Arend W. Lang, bilden dabei den einen, Seekarten und nautische Instrumente aus Privatbesitz den anderen Schwerpunkt der Ausstellung.

An erster Stelle geht ein großer Dank an Monika Meyer-Haßfurther, Ingo Meyer-Haßfurther und Michael Recke. Sie haben nicht allein wertvolle historische Navigationsinstrumente und Seekarten zur Verfügung gestellt, sondern mit großem Engagement an Konzeption und Katalog der Ausstellung mitgewirkt. Herzlich gedankt sei auch Uwe Roeder für die Mitarbeit am Katalog und Norbert Schultz für die Fotoarbeiten.

Die Ausstellung wäre nicht zu realisieren gewesen ohne die großzügige Unterstützung von Sponsoren. Ihnen gilt unser besonderer Dank: Sparkasse Emden, VGH, Landschaftliche Ostfriesische Brandkasse und Emder Schlepp-Betrieb GmbH.

Corinna Roeder
Stiftung Johannes a Lasco Bibliothek Große Kirche Emden, Direktorin der Bibliothek

Leihgeber
Monika und Ingo Meyer-Haßfurther, Brake
Michael Recke, Emden
Museums-Feuerschiff Amrumbank / Deutsche Bucht e.V., Emden
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Michael Remmers, Zetel

Die Leihgeber haben wertvolle Instrumente, Karten und Bücher zur Verfügung gestellt, ohne die die Ausstellung nicht zustande gekommen wäre. Die Johannes a Lasco Bibliothek ist ihnen zu großem Dank verpflichtet.

   
    ·31.07.2002 / imm·    




    A 02 Astrolabium  
   

Astrolabium. Messing, um 1790 von "Ali ibn Sadiq Qummi", besser bekannt als "Hajji Ali", in Persien hergestellt.

Mit dem Astrolabium konnten die Seefahrer astronomische Probleme ohne sphärische Trigonometrie lösen. Den Entdeckern des 15. Jahrhunderts ermöglichte es die Winkelmessung zur Bestimmung ihres Breitengrads.

Das hier gezeigte Instrument besteht aus der Mater, einer kreisrunden Scheibe mit Aufhängung und einer Aussparung auf der Vorderseite zur Aufnahme der Tympana (Scheiben) und der Rete (des Netzes). Der Rand der Mater zeigt eine Einteilung in 360° zur Winkelmessung. Dieses Instrument hat 4 Scheiben für insgesamt sieben Breitengrade, bei denen auf der Vorder- und Rückseite das zweidimensionale Abbild der Himmelskugel eingraviert ist. Die Rete ist ein filigranes Sternennetz, dessen kleine Zeiger an ihrer Spitze 29 helle Fixsterne symbolisieren. Sie enthält außerdem den exzentrisch angeordneten Tierkreis und als äußeren Rahmen den Wendekreis des Steinbocks. Auf der Rückseite (Dorsum) befinden sich unter anderem ein Zeigerarm (Alhidade), ein Schattenquadrat für Vermessungszwecke und die Signatur des Herstellers.

Zur Einstellung des Instrumentes muss zuerst die Höhe eines Gestirns gemessen werden. Man hält das Instrument in Augenhöhe und peilt durch kleine Gucklöcher an der Alhidade einen Fixstern an. An der Alhidade kann man dann auf dem Limbus die Höhe ablesen. Nach Einlegen des Tympanons des Breitengrads kann die Rete darauf eingestellt werden. Auf den ersten Blick zeigt ein solches Tympanon ein verwirrendes Linienspiel. Den Mittelpunkt bildet der Nord- oder Südpol, der von konzentrischen Kreisen umgeben ist. Der innere Kreis stellt den Wendekreis des Krebses dar, der mittlere Kreis den Äquator und der äußere den Wendekreis des Steinbocks. Senkrecht auf dem Pol steht die Meridianlinie, waagerecht verläuft die Ost-West-Linie. Auf der Meridianlinie liegt der Zenith, um den sich die Almukantarate (Höhenparallelen) und als Grundkreis der Horizont des Beobachters gruppieren. Vom Zenith ausgehende Kurven zeigen die Azimute, die Winkel im Zenith zwischen dem Himmelsmeridian und dem Vertikalkreis des Gestirns. MH

   
    · 02.08.2002 / imm ·    



    A 19 De Brys Darstellung von der Ankunft des Columbus in Amerika  
   

Ankunft des Columbus in Amerika, Kupferstich von Theodor de Bry, 1594

Benzoni, Hieronymus: Das vierdte Buch Von der neuwen Welt. - Frankfurt am Main : de Bry, 1594
Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Signatur: Hist. 2° 0276 J, Sammlung Janssen

Freitag, 12. Oktober 1492
"Um zwei Uhr früh tauchte das Land vor ihnen auf. [...] Bald sahen sie dort nackte Leute am Strand, und der Admiral fuhr in einem mit Waffen ausgerüsteten Boot an Land; [...] Der Admiral entfaltete das königliche Banner und die beiden Kapitäne zwei Fahnen mit dem grünen Kreuz; [...] Der Admiral [...] sagte, sie sollten getreulich bezeugen, dass er vor aller Augen für den König und die Königin, ihre Herren, von der Insel Besitz ergriff [...] Alsbald versammelten sich dortselbst zahlreiche Inselbewohner[...] Da sie uns große Freundschaft erwiesen und ich erkannte, dass es Leute waren, die sich besser mit Liebe zu unserem heiligen Glauben befreien und bekehren würden als mit Gewalt, gab ich einigen von ihnen ein paar bunte Mützen und etliche Glaskugeln, die sie sich um den Hals hängten, und allerhand andere Dinge von geringem Wert, an denen sie großes Vergnügen fanden [...] Kurz gesagt, sie nahmen alles und gaben sehr bereitwillig von dem, was sie hatten, aber mir schien, als seien die Leute sehr arm an allem. Sie gehen allesamt nackt herum. [Sie sind alle] sehr gut gebaut, von sehr schöner Gestalt und sehr angenehmen Gesichtszügen. [...] Sie müssen treffliche Diener sein und von gutem Verstand, denn ich sah, dass sie sehr schnell alles nachsagen konnten, was ich ihnen vorsprach, und ich glaube, man könnte sie leicht zum Christentum bekehren, denn mir schien, dass sie keiner Sekte angehören."
(Auszug aus dem Bordbuch des Columbus)

Der abgebildete Kupferstich von Theodor de Bry ist eine der berühmtesten Darstellungen von der ersten Landung des Columbus in der Neuen Welt. Sie stammt allerdings erst vom Ende des 16. Jahrhunderts. Der Lütticher Kupferstecher Theodor de Bry (1528-1598) musste aus Glaubensgründen seine Heimat verlassen und ließ sich in Frankfurt nieder. Ab 1590 brachte er eine Sammlung von Reiseberichten in lateinischer und deutscher Sprache heraus und versah sie mit zahlreichen Kupferstichen von hoher Qualität, die diese Sammlung zur herausragenden Edition des 16. Jahrhunderts machen. Bis zu seinem Tod erschienen sechs Teile. Danach setzten seine Söhne Johann Israel und Johann Theodor, die ebenfalls als Kupferstecher arbeiteten, das Werk bis 1634 fort. Es enthielt am Ende 25 Teile und über 1500 Kupferstiche.

Der Text für das vierte Buch von der Neuen Welt ist eine recht kurze Zusammenfassung der Entdeckungsgeschichte von Hieronymus Benzoni. Die Abbildung gibt daher nur teilweise die Ereignisse so wieder, wie Columbus sie in seinem Schiffstagebuch beschreibt. Im Hintergrund sind die drei Schiffe zu sehen, von denen gerade eine Gruppe Bewaffneter an Land geht. Die nackten Eingeborenen fliehen. Auf einer Landzunge im Mittelgrund richten drei Spanier ein großes Kreuz auf. Columbus steht ganz vorn in der Mitte. In Paradeuniform und stolzer Haltung, gefolgt von zwei schwerbewaffneten Offizieren, nimmt er die Huldigung einer Gruppe nackter Indios entgegen, die ihm kostbare Geschenke überreichen. Noch deutlicher als im Bericht über die tatsächlichen Ereignisse kommen in der Graphik Selbstverständnis und Erwartungen der Europäer bei ihren Fahrten nach Übersee zum Ausdruck: das Überlegenheitsgefühl gegenüber den Ureinwohnern, die selbstverständliche Inbesitznahme des Landes, die durch keinen Misserfolg gebremste Erwartung, ohne Anstrengung in den Besitz kostbarer Schätze - vor allem aus Edelmetall - zu kommen, und der missionarische Gedanke. CR

   
    · 02.08.2002 / imm ·    



    B 05 Seekarte des Indischen Ozeans  
   

Keulen, Johannes van: [De Groote Nieuwe Vermeerderde Zee-Atlas ofte Water-Wereld ...]. - [Amsterdam] : [van Keulen], [ca. 1690]. Titelblatt fehlt.
Bibliothek der Gesellschaft für Bildende Kunst und Vaterländische Altertümer zu Emden
Signatur: Bi 319a

Nieuwe Pascaert van Oost Indien Verthoonende hen van C. de Bona Esperanca tot aen het L Landt van Eso Geleyt op wassende Graeden en van veel fouten verbetert.
Kupferstich, koloriert, Maße: 59,5 x 52 cm. Maßstab: 1:25.000.000

Die Paskaart von Ostindien bietet einen Überblick über das Gebiet, das im 17. Jahrhundert zum wichtigsten Handelsgebiet der Niederlande wurde. Die 1602 gegründete Vereenigde Oost-Indische Compagnie (VOC) begann, die Portugiesen aus dem gewinnbringenden Gewürzhandel zu vertreiben. Von Batavia aus, dem wichtigsten Stützpunkt und dem Sitz des Gouverneurs, begannen sie, die Vormachtstellung der Portugiesen in den asiatischen Gewässern anzugreifen. In zwei Perioden, zwischen 1638 und 1644 und zwischen 1654 und 1663, wurden die portugiesischen Besitzungen erobert, so daß am Ende des 17. Jahrhunderts nur noch Goa und Macao in portugiesischer Hand blieben. Die Niederländer errichteten weitere Stützpunkte auf Java, Timor, den Molukken und Japan und wurden zur beherrschenden auswärtigen Macht.

Die Schiffer der VOC waren angehalten, die vorhandenen Karten laufend zu verbessern und unbekannte Küsten und Häfen neu zu kartieren. Die Karten mußten bei der Rückkehr in die Niederlande in der Zentrale der VOC in Amsterdam abgeliefert werden, damit die Konkurrenz keinen Nutzen davon haben konnte. So kam eine Fülle von Informationen zusammen, die nur der VOC bekannt waren. Dies ist eine der wenigen Karten des asiatischen Gebietes, die im 17. Jahrhundert in Amsterdam herausgegeben wurde. Sie ist nach Vorläufern von Pieter Goos und Hendrik Doncker angefertigt worden. Sie zeigt auch die Entdeckungen der Holländer an der Westküste Australiens aus den Jahren 1642 bis 1644. MR

   
    · 05.08.2002 / imm ·    



    C 01 Die Ausrüstung von James Cook  
   

Sextant: Messing, von Dollond, London, 2. H. 18. Jh.

James Cook hatte bereits ab 1772 auf seiner zweiten und dritten Entdeckungsreise sehr gute Navigationsinstrumente an Bord. Anhand der Reisen kann man feststellen, dass er bereits früher angesteuerte Ziele (wie Tahiti und Neuseeland) ohne Schwierigkeiten wiederfand. Auch die Routen um Kap Horn und das Kap der guten Hoffnung segelte er wie selbstverständlich. Natürlich lag ein Großteil seiner Erfolge als Seemann, Landvermesser und Entdecker in den Fähigkeiten und Kenntnissen, die er sich als Autodidakt erworben hatte. Aber auch die Ende des 18. Jahrhunderts erheblich verbesserten Navigationsinstrumente trugen ihren Teil dazu bei.

Besonders wichtig waren die neuen Messingsextanten (siehe Photo). Sie erlaubten Winkelmessungen bis 120°, waren sehr stabil gebaut, gut ausgestattet und einfacher zu handhaben. Dadurch wurden die Positionsbestimmungen noch genauer.

Die Ausstattung mit guten Winkelmessinstrumenten und Sternentafeln erlaubte eine präzise Bestimmung des Breitengrades. Der Längengrad konnte über die aufwendige Methode der Monddistanzen ermittelt werden.

Cook hatte jedoch noch einen weiteren Vorteil. Er erhielt für seine zweite Reise einen Chronometer von Larcum Kendall. Damit konnte er den Längengrad über die Zeit bestimmen. MH

   
    · 05.08.2002 / imm ·    



    C 18 de Veer: Bericht über die Reisen von Willem Barentsz  
   

Linschoten, Jan Huygen van:
Dritter Theil Indiae Orientalis : darinnen ... III. Drey Schifffahrten der Holländer nach obermelten Indien, durch das mitternächtige oder Eyßmeer ... - [Frankfurt am Main] : de Bry, 1616
Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Signatur: Hist. 2° 0297 (1) J, Sammlung Janssen


Wie stark die Kartographie die Richtung der Entdeckungsfahrten beeinflusste, wird an den drei Fahrten deutlich, die unter dem Kommando von Willem Barentsz (1550-1597) in das Polarmeer führten, um die Nordostpassage zu finden. Auf den berühmten Weltkarten von Mercator von 1569 und von Ortelius von 1587 hatten die Kartographen auch Gerüchte um vorhandene Passagen im Polargebiet kartiert. Mercator selbst setzte sich vehement für eine Suche in den nördlichen Breiten ein. Ein Unterfangen, das von den Antwerpener und später den Amsterdamer Kaufleuten wie den Generalstaaten zunächst unterstützt wurde, wollte man doch einen eigenen Seeweg nach Indien und zu den Gewürzinseln finden, der nicht unter spanischer oder portugiesischer Kontrolle stand.

Dazu wurde in Archangelsk eine niederländische Faktorei gegründet, die als Stützpunkt für die Expeditionen ebenso dienen sollte wie als Warenumschlagplatz. Mit der Unterstützung Maurits' von Oranien segelte Barentsz mit vier Schiffen in das Weiße Meer, erreichte die Nordspitze der Insel Nowaja Semlja und drang von dort aus weiter nach Nordosten in die Kara-See vor. Überzeugt, die Passage und die sogenannte Jugor-Strasse gefunden zu haben, kehrte er nach Amsterdam zurück. Die zweite Reise, die mit großen Erwartungen verbunden war, wurde zum totalen Misserfolg, da Eisbarrieren in der Kara-See Barentsz zur Umkehr zwangen. Ein dritter Versuch wurde 1596 von Petrus Plancius finanziert, der von einem offenen Polmeer überzeugt war, zumal Barentsz mit seiner Entdeckung der Bäreninsel und der Wiederentdeckung Spitzbergens Vorstellungen einer größeren Landmasse am Pol widerlegt hatte. Barentsz folgte diesen Instruktionen, musste jedoch, da er wieder durch Eis an der Weiterfahrt nördlich von Nowaja Semlja gehindert wurde, auf dieser Insel überwintern. Aus dem Holz eines Schiffswracks bauten sich die Seeleute eine Hütte, die 1871 wiederentdeckt wurde, ebenso wie 1875 der Reisebericht, den Barentsz während der Überwinterung verfasste. Bei der verzweifelten Rückfahrt in offenen Booten, mit der die Überlebenden die russische Küste erreichten, kam Barentsz selbst ums Leben. UR

   
    · 06.08.2002 / imm ·    


   

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    · 06.08.2002 / imm ·    

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